Menü

Kostenfreie Beratung 0800 0101600

15.02.2021

Von der Handvermittlung zur IP-Verbindung: Festnetz ist noch lange nicht von gestern

„Hier Amt, was beliebt? – Fräulein, bitte verbinden Sie mich mit Nummer 42.“ Ein Dialog aus dem Geschichtsbuch. Und das sicherlich nicht nur aufgrund der antiquierten Anrede: 1881, als die ersten Fernsprechnetze eingerichtet wurden, erfolgte die Vermittlung persönlich und von Hand. Dazu wurden Kurbelinduktoren aktiviert, metallische Klappen freigegeben und Sprechzeuge über Klinken verbunden. Noch Mitte der 1980er-Jahre wurden Gespräche manuell am sogenannten Klappenschrank vermittelt – also bis hinein in eine Zeit, in der die ersten kommerziellen Handys bereits auf dem Markt waren. Auf dem Weg von der Handvermittlung zum Handy wurden die Tage der Festnetztelefonie schon mehrfach für gezählt erklärt. Doch weit gefehlt: Ob Generation X, Y oder Z, wir alle schätzen belastbare Bandbreiten und zuverlässige Verbindungen – egal, ob daheim oder im Betrieb, ob über WLAN oder Netzwerkkabel.

Zwischen Pfennigbeträgen und ISDN-Flatrate

Das Ferngespräch ist seit annähernd 50 Jahren eine Selbstverständlichkeit für deutsche Verbraucher. Verändert haben sich lediglich die technischen Möglichkeiten und die damit verbundenen Kostenstrukturen. Während in den 70er-Jahren noch die Wählscheibe und die pfenniggenaue Minutenabrechnung das Telefonieren bestimmten, stellte die Einführung des digitalen ISDN-Netzes im Jahre 1993 einen einschneidenden Meilenstein dar. Das Integrierte Sprach- und Datennetz brachte nicht nur vergleichsweise schnelles Internet in die bundesrepublikanischen Haushalte, mit ihm kamen auch die ersten Pauschalpreismodelle auf den Markt. Die Flatrate war geboren. Heute steht ISDN kurz vor dem Aus – und wird in absehbarer Zeit durch IP-Telefonie über das Internet vollständig abgelöst werden. All-in-One-Tarife, die sowohl Internet als auch Telefonie enthalten, sind allerdings nach wie vor im Rennen.

Alles mobil – oder wie?

Laut dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hat sich die Zeit, in denen in Deutschland über das Festnetz gesprochen wird, deutlich verringert: Während es 2010 noch 193 Milliarden Minuten gewesen waren, wurde 2019 mit 94 Milliarden Minuten ein deutlich geringes Gesprächsvolumen verzeichnet. Die Ursachen für den Rückgang sieht die Agentur sowohl in der Nutzung internetbasierter Kommunikationsdienste, sogenannter Over-the-Top-Services (OTT), als auch in einem starken Anstieg mobiler Telefonate über die Handynetze. Ist mit der Verlagerung der Telefonie-Gewohnheiten also doch das Ende des Festnetzes gekommen? Ein entschiedenes Nein. Ob nun Streaming- und Entertainment-Angebote für Privatleute­ oder die leistungsstarke Internetverbindung für Gewerbetreibende: Die sogenannte letzte Kabelmeile vom Verteiler ins Gebäude liegt ohnehin vor und liefert mit dem Zugang zum WWW gleich die technischen Voraussetzungen zur Festnetztelefonie mit. Im Gegensatz zum Mobilfunknetz ist das moderne, IP-basierte Festnetz dadurch deutlich weniger störungsanfällig und liefert zudem insbesondere in ländlichen Gebieten eine gleichbleibend hohe Abdeckung und Sprachqualität.

Stimme in höchster Digitalauflösung

IP-Telefonanschlüsse mit attraktiven Flatrate-Modellen und allen Vorteilen moderner IP-Technologie bietet envia TEL. Vorhandene ISDN-TK-Anlagen müssen nicht entsorgt werden, sondern können durch eingesetzte Gateways aufgerüstet und auch mit den modernen IP-Anschlüssen weiterbetrieben werden. Die möglichen Einsatzszenarien reichen vom SIP-Einzelanschluss mit zehn Rufnummern und zwei Sprachkanälen bis zum SIP-TK-Anlagenanschluss mit einem durchwahlfähigen Rufnummernblock und bis zu 200 parallelen Gesprächen in HD-Qualität. Die Anzahl der Sprachkanäle ist zudem jederzeit flexibel skalierbar.

 

Sie sind auf der Suche nach einem IP-Telefonanschluss in Verbindung mit hochleistungsfähigem Glasfaserinternet? Mit envia TEL telefonieren Sie 12 Monate ohne Grundgebühr.

 

Eine hübsche Stilblüte der Telefongeschichte noch zu guter Letzt: Das legendär gewordene „Fräulein vom Amt“ war kein Kind der Emanzipation, sondern vielmehr aus der akustischen Not heraus geboren. Denn ursprünglich wurden die Fernverbindungen Ende des 19. Jahrhunderts ausschließlich von Männern geschaltet. Zur weiblichen Domäne wurde die Ferngesprächsvermittlung alleine durch den Umstand, dass Frauenstimmen aufgrund ihrer höheren Frequenz bei schlechter Leitungsqualität ganz einfach besser zu verstehen waren. Zum Glück werden Telefonverbindungen heute digital und voll automatisiert gesteuert – und sind dank hoher Sprachqualität für männliche und weibliche Schwingungen gleichermaßen gut geeignet.

Beitrag teilen

Blog