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Telemedizin: Ärztin berät Patient über das Internet

12.06.2020

Digitale Sprechstunde – wird die Online-Sprechstunde zum Standard?

Onlinesprechstunden gehören heute zur ärztlichen Versorgung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Die Voraussetzungen für den virtuellen Besuch beim Arzt wurden in Deutschland 2017 mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) geschaffen. Allerdings blieb der Boom bei der Telemedizin bisher aus. Auch die Corona-Krise brachte keine erhöhte Nachfrage – obwohl die entsprechenden digitalen Angebote im Medizinbereich vorhanden sind. Lesen Sie im folgenden Blogbeitrag, welchen Stellenwert Videosprechstunden heute haben und wie Highspeed-Internet und sichere Datenspeicher die Onlinemedizin befördern können.

Fehlende Internetverfügbarkeit bremst Onlinenutzung

Die Corona-Krise mit Homeoffice, Onlinekonferenzen, Schule von zu Hause und Social-Distance-Regeln hat die Digitalisierung in Deutschland zwar in einigen Bereichen vorangetrieben – Onlinesprechstunden allerdings hat sie nicht zum Durchbruch verholfen. Der aktuelle EPatient Survey der EPatient Analytics GmbH, die mit 9 700 Teilnehmern größte Onlinebefragung zum digitalen Patienten, zeigt, dass sich analoge Gewohnheiten auch durch die digitale Disruption nicht einfach überwinden lassen. Zwei Drittel der Befragten würden Onlinesprechstunden nutzen, aber nur zwei Prozent tun es. Onlinesprechstunden werden in strukturstarken Regionen bis zu fünfmal häufiger genutzt als in strukturschwachen. Die Ursache für die regionale Spreizung liegt nach Angaben der Autoren des EPatient Survey auf der Hand: mangelnder Breitbandausbau. Jeder fünfte Nutzer der Onlinesprechstunde gibt an, dass es Übertragungsschwierigkeiten gab. Die beste Technik nützt am Ende nichts, wenn die notwendige Bandbreite zur Datenübertragung nicht zur Verfügung steht.

Highspeed-Internet als Voraussetzung für E-Health

In der Tat spielt bei der Nutzung von Onlinesprechstunden die Übertragungsgeschwindigkeit eine wichtige Rolle. Eine Arztsprechstunde umfasst mehr als nur ein Gespräch. Da werden gemeinsam Befunde ausgewertet, CT-Bilder gezeigt, da wird der Heilungsprozess von Wunden beurteilt, oder Kollegen werden online zur Besprechung hinzugezogen. Und künftig werden noch sehr viel mehr Anwendungen möglich sein. Je schneller die Datenübertragung erfolgt und je stabiler das Internet funktioniert, desto störungsfreier wird das Gespräch verlaufen.

Sind in Ballungszentren wie Leipzig, Halle, Dresden oder anderen Großstädten oft schon Glasfaserverbindungen bis zu den Praxen verlegt, so kommt es nun darauf an, auch die Praxen und die Häuser der Patienten in den ländlichen Regionen an schnelles Internet anzubinden. Denn gerade hier kommt der Nutzen der Videosprechstunden voll zum Tragen. An vielen Orten im Osten Deutschlands baut envia TEL bereits das Glasfasernetz im ländlichen Raum für die gewerbliche Nutzung aus. So wird auch den Arztpraxen der Zugang zum GigabitNetz ermöglicht.

Neben der Verfügbarkeit von Breitbandanbindungen muss auch die Datensicherheit gewährleistet sein. Sicherheitsbedenken stehen ganz oben auf der Skala, warum Patienten Vorbehalte gegen das Arztgespräch per Videoübertragung haben. Das ist verständlich – schließlich werden sehr persönliche Informationen weitergegeben. Nicht nur die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Übertragung muss gewährleistet sein – auch eine sichere Lagerung der Daten in Datenzentren gehört dazu, wenn man das Vertrauen von Ärzten und Patienten in die Digitalisierung des Gesundheitswesens gewinnen will.

Telekliniken als Impulsgeber für Onlinesprechstunden

Zurzeit sind nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Deutschland rund 25 000 Praxen zur Videosprechstunde angemeldet. 31 zertifizierte Videodienstanbieter, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten, können genutzt werden. Inzwischen etablieren sich immer mehr Telekliniken im Internet, das heißt Plattformen, die Patienten und Ärzte online zusammenbringen. Hier entwickelt sich ein interessanter Player, der das Wachstum des E-Health-Marktes in nächster Zeit antreiben wird.

Wenn mit der Telemedizin neue Geschäftsfelder entstehen und ein schnelles Internet, sowie eine hohe Datensicherheit Standard werden, wird auch die Onlinesprechstunde bald ihr Nischendasein verlieren.

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