Menü

Kostenfreie Beratung 0800 0101600

02.07.2020

Die elektronische Patientenakte – für mehr Effizienz und Sicherheit

Ab 1. Januar 2021 wird jede Krankenkasse ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte anbieten. In dieser Datenbank werden zahlreiche medizinische Angaben zum Versicherten gespeichert, beispielsweise, welche Medikamente er einnimmt, welche Vorerkrankungen er hat oder welche Therapien verordnet wurden. Lesen Sie im folgenden Blogartikel, worin der Nutzen der elektronischen Patientenakte liegt und welche technischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die elektronische Patientenakte eine Erfolgsstory wird.

Der Patient entscheidet

Um es vorwegzunehmen: Ob eine elektronische Patientenakte angelegt wird und was darin steht, entscheidet der Patient selbst. Die elektronische Patientenakte ist ein Angebot, mehr nicht. Nach den Ergebnissen einer im Jahr 2019 durchgeführten Umfrage, die das Statistikportal Statista veröffentlichte, wollen mehr als 62 Prozent der Deutschen dieses Angebot nutzen. 37 Prozent der Befragten lehnen eine solche elektronische Akte ab.

Mehr Qualität und Effizienz der Behandlung

Deutschland gehört im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht gerade zu den Spitzenreitern. Weltweit geben Neuseeland, die Schweiz und die nordischen Länder den Takt vor. Zwar werden Operationen auch in deutschen Kliniken längst mithilfe modernster Computertechnik ausgeführt – in vielen Krankenhäusern verbringen Assistenz- und Fachärzte aber immer noch viel Zeit damit, Fragebögen auf Papier zu Kinderkrankheiten, Vorerkrankungen oder Medikationen ihrer Patienten auszufüllen – immer und immer wieder. Arztbriefe werden per Post verschickt, Impfungen per Hand in die gelben Ausweise eingetragen, Röntgenaufnahmen von Arzt zu Arzt getragen. Eine elektronische Patientenakte, in der Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte, Impfungen, ein Notfalldatensatz, der elektronische Medikationsplan sowie Arztbriefe gespeichert werden, ist längst überfällig. Patienten haben mit einer solchen Akte immer und von überall Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten.

Was bisher in den Ordnern der verschiedenen Arztpraxen stand, kann nun online eingesehen werden – vom Patienten selbst und jedem Arzt und Apotheker, gegebenenfalls auch von jeder Hebamme oder jedem Physiotherapeuten, dem der Patient eine Berechtigung einräumt. Der große Vorteil: Beim Besuch von Fachärzten oder beim Wechsel des Arztes müssen nicht alle Untersuchungen wiederholt werden. Ärzte sind bei neuen Patienten sofort im Bild über dessen Gesundheitszustand beziehungsweise Krankheitsverlauf.

Eine Datenbank für alle

Damit das System voll funktioniert, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt werden. Alle 71 Millionen gesetzlich Versicherten, Vertragsarztpraxen und -krankenhäuser sowie alle anderen medizinischen Einrichtungen müssen an die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein, das heißt, sie müssen Teil einer landesweiten Datenbank werden. Dieses Online-Register muss nach einheitlichem Standard befüllt sein. Der Datenschutz hat oberste Priorität – schließlich handelt es sich bei den Gesundheitsdaten um äußerst sensible Informationen.
Die Einführung der elektronischen Patientenakte ist eine Mammutaufgabe. Letztlich hängt ihr Gelingen auch von einer anderen Mammutaufgabe ab: dem Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland.

Hohe Akzeptanz nur mit schnellem, stabilem und sicherem Internet

Länder wie Dänemark erreichten die Akzeptanz und Verbreitung der elektronischen Patientenakte vor allem durch infrastrukturelle Voraussetzungen wie Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugang oder Frequenz der Internetnutzung, heißt es im „Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes“ zur elektronischen Patientenakte. Schließlich werden riesige Datenmengen von Millionen von Nutzern in diesem Datennetz transportiert und gespeichert. Geschwindigkeiten der Datenübertragung von weniger als 50 Mbit/s, wie sie in manchen Arztpraxen in ländlichen Gegenden noch zu finden sind, bremsen das System aus.

envia TEL, Anbieter von Telekommunikationsleistungen in Mitteldeutschland, bietet sowohl Glasfaseranschlüsse für Kliniken und Arztpraxen als auch ein Datacenter in Leipzig, in dem die sensiblen Daten sicher gelagert werden können. Ohne schnelles, stabiles und sicheres Internet wird die elektronische Patientenakte kaum Akzeptanz finden. Mit Highspeed-Internet dagegen kann dieses Register Deutschland auf eine neue Stufe der Digitalisierung des Gesundheitswesens bringen.

Blog