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Bedeutung des Breitbandausbaus in Gewerbegebiet

Die Bedeutung des Breitbandausbaus in Gewerbegebieten

Auf der Suche nach einem günstigen Standort für ein Unternehmen spielen die Lage, die Verkehrsanbindung, die Verfügbarkeit von Mitarbeitern und eine hohe Lebensqualität in der Region seit jeher eine wichtige Rolle. So werben Gewerbegebiete denn auch mit dem Autobahnanschluss und dem Flughafen in der Nähe, der Fachhochschule in der Nachbarschaft, preiswerten Wohnungen oder der Seenlandschaft vor der Haustür. Jedoch haben sich die Zeiten geändert. Eine Infrastruktur, die schnelles Internet ermöglicht, besitzt heutzutage einen großen Einfluss auf den Wettbewerb der Kommunen um die Ansiedlung von Firmen, da diese in den meisten Branchen als Voraussetzung für den Unternehmenserfolg angesehen wird.

Schnelles Internet als wichtigstes Thema

So nannten bei einer Umfrage der IHK Bonn/Rhein-Sieg im Juli vergangenen Jahres fast 1.000 befragte Firmen unter 40 Standortfaktoren die Verfügbarkeit von schnellem Internet als wichtigstes Thema. Die aktuelle Situation bewerteten sie nur mit Note 3,4. Dabei ist diese Region noch sehr viel besser versorgt als beispielsweise Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg.

In einer im Januar 2018 veröffentlichten Studie „Die Bedeutung des Breitbandausbaus von Gewerbegebieten“ hat die MICUS Strategieberatung GmbH untersucht, welche konkreten Auswirkungen der Breitbandausbau für Gewerbegebiete und die dort angesiedelten Unternehmen hat. Über 400 Firmen wurden befragt. Die Kernaussagen überraschen wenig: Je leistungsfähiger die Internetanbindung,

– desto zufriedener ist der Kunde, in diesem Fall die Unternehmen, mit der Internetanbindung.

– desto attraktiver ist ein Gewerbegebiet für Unternehmen.

– desto größer ist der Rückgang an Geschäftsreisen.

– desto größer ist der Bedeutungsverlust räumlicher Nähe zum Arbeitsmarkt.

– desto größer ist die Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen in Gewerbegebieten ländlicher Räume gegenüber Unternehmen in Gewerbegebieten in Ballungsräumen.

– desto geringer ist die Wichtigkeit einer Verkehrsinfrastruktur.

– desto häufiger werden Patente angemeldet.

– desto intensiver betreiben die Unternehmen hausinterne Forschung und Entwicklung.

– desto intensiver arbeiten Unternehmen mit universitären Einrichtungen und Forschungseinrichtungen zusammen.

– desto häufiger wird Home-Office angeboten.

– desto besser lässt sich E-Learning betreiben.

Die Vorteile, die durch ein schnelles Breitbandinternet erzielt werden, sind sowohl unabhängig von der Branche als auch von der Größe der Unternehmen.



Standortpolitik muss sich Veränderungen anpassen

Auch das Deutsche Institut für Urbanistik, Berlin, untersuchte im vergangenen Jahr im Auftrag der KfW die Bedeutung kommunaler Standortfaktoren und stellte dabei unter anderem fest: „Kommunale Wirtschafts- und Standortpolitik muss sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen. So haben der anhaltende Trend der Urbanisierung, der Klimawandel, die Folgen der demographischen Veränderungen sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auch Einfluss auf die Standortentscheidungen von Unternehmen.“

Sonderprogramm für ein Gewerbegebiet

Die Bundesregierung bemüht sich mit verschiedenen Förderprogrammen seit Jahren darum, den Glasfaserausbau voranzubringen und für deutsche Unternehmen damit bessere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Industrie 4.0 ist ohne einen hohen Breitbandstandard nicht zu haben. Bereits in dieser Legislaturperiode sollen Schulen, Gewerbegebiete, soziale Einrichtungen in der Trägerschaft der öffentlichen Hand und Krankenhäuser direkt an das Glasfasernetz angebunden werden. Gewerbegebieten stehen dafür verschiedene Förderprogramme zur Verfügung, unter anderem das Sonderprogramm Gewerbegebiete für Landkreise und Kommunen in unterversorgten Regionen.

Seit April 2016 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur über 700 Förderanträge für Netzausbauprojekte in ganz Deutschland bewilligt. Für jedes Ausbauprojekt erhalten Landkreise und Kommunen bis zu 15 Millionen Euro Bundesmittel, um unterversorgte Gebiete an das Turbo-Internet anzuschließen. Bei den Ausbaubescheiden beträgt der Fördersatz 50 bis 70 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Da das Bundesprogramm mit Förderprogrammen der Länder kombinierbar ist, kann der Förderanteil auf bis zu 90 Prozent gesteigert werden. Insgesamt stehen für die Breitbandförderung aus Bundesmitteln mehr als vier Milliarden Euro bereit.

Standortvorteile ändern sich mit „Fibre First“

So empfehlen die Autoren der MICUS-Studie denn auch, der Förderung des Glasfaserausbaus der Gewerbestandorte höchste Priorität einzuräumen. „Fibre First“ heißt das Motto. Der Flughafen in der Nähe oder die preiswerte Wohnung in Mitteldeutschland sind vielleicht bald keine Standortvorteile mehr. Schließlich können mit schnellem Internet Konferenzen online abgehalten werden, Geschäftsreisen werden sich dann reduzieren. Und eine Wohnung in der Nähe seiner Firma braucht ein Mitarbeiter zukünftig vielleicht auch nicht mehr – dank guter Vernetzung kann er wohnen, wo er will: in Hamburg, New York oder auf einem Bauernhof in Schweden.

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